Malteser · FCI-Nr. 65 · für Welpenkäuferinnen und Welpenkäufer

Zwei Streifen, die kaum jemand für einen Befund hält.

Beim Malteser gehören klare Augen zum Rassebild. Dass das keine Frage der Schönheit ist, steht im Zuchtprogramm dieser Rasse — mit Begründung.

Gesunder Malteser steht auf einem hellen Kissen vor einer grauen Wand, langes reinweißes Haarkleid, beide Augen frei sichtbar, das Fell darunter sauber und trocken, volle unkupierte Rute
Ein kleiner Hund mit länglichem Körper, bedeckt von einem sehr langen, reinweißen und seidigen Haarmantel: so beschreibt der Standard den Malteser. Markiert ist der Ausschnitt, um den es auf dieser Seite geht.
Ausschnitt 1 — der Kopf

Der Kontrast, den der Standard verlangt

Der Malteser wird im Rassestandard als elegant beschrieben, mit stolzer und vornehmer Kopfhaltung. Ein wesentliches Merkmal ist die tiefschwarze Pigmentierung der Lidränder, der Lefzen und des Nasenschwamms. Sie bildet einen starken Kontrast zum weißen Fell. Dazu gehören klare Augen ohne Tränenspuren. Sein Wesen gilt als lebhaft, anschmiegsam und intelligent.

Das liest sich wie eine Liste von Schönheitsanforderungen an ein weißes Gesicht. Genau das ist es nicht.

Gesunder Malteser sitzt ruhig vor hellem Hintergrund, das Haar aus den Augen gebürstet, beide Augen klar, das Fell unter den Augen sauber weiß und trocken
Näher heran: Lidränder, Lefzen und Nasenschwamm sind vollständig dunkel, das Haar liegt aus den Augen. Markiert ist die Augenpartie.
Ausschnitt 2 — die Augenpartie

Warum ein ästhetisches Merkmal ein Gesundheitsmerkmal ist

Im Qualzucht-Präventionsprogramm dieser Rasse steht der Satz, um den sich diese Seite dreht: Die im Rassestandard geforderten ästhetischen Merkmale, die vollständige schwarze Pigmentierung und klare Augen ohne Tränenspuren, sind direkt mit der Gesundheit des Tieres verknüpft.

Für beide Merkmale wird das begründet. Eine unzureichende Pigmentierung kann die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen. Und chronischer Tränenfluss ist oft nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern ein Indikator für anatomische Anomalien wie verstopfte Tränen-Nasen-Kanäle.

Nahaufnahme des Gesichts eines gesunden Malteser, beide Augen klar und normal in der Lidspalte liegend, das Fell unter den Augen sauber weiß und trocken, Fang von normaler Länge
Die Stelle, um die es geht: das Fell zwischen innerem Augenwinkel und Fang. Hier ist es weiß und trocken.
Ausschnitt 3 — die Stelle selbst

Deshalb ist es ein eigener Prüfpunkt

Pigmentierung und Tränenfluss werden bei der Zuchttauglichkeitsprüfung dieser Rasse klinisch beurteilt und schriftlich befundet, nicht als Schönheitsnote, sondern als Gesundheitsbefund. Die Augen selbst werden regelmäßig klinisch untersucht; bleibt ein Verdacht auf eine erbliche Erkrankung, folgt die spezialisierte Augenuntersuchung. Ausdrücklich verlangt wird dabei auch eine korrekte Lidstellung.

Das Programm zieht daraus einen Schluss, der auf den ersten Blick paradox klingt: Die Zuchtselektion auf diese scheinbar ästhetischen Merkmale ist eine direkte Maßnahme zur Förderung der Tiergesundheit und zur Vermeidung von chronischem Leiden.

Tierärztliche Dokumentationsaufnahme: Gesicht eines weißen langhaarigen kleinen Hundes mit deutlichen rotbraunen Tränenspuren, die von beiden inneren Augenwinkeln über den Fang laufen; das Fell unter den Augen ist verfärbt und feucht
Tränenspuren sind kein Schönheitsfehler. Sie zeigen, dass die Tränenflüssigkeit nicht abfließt. Tierärztliche Dokumentationsaufnahme, sachlich aufgenommen.
Der Befund im Bild

Was bleibt, wenn die Feuchtigkeit bleibt

Die ständige Feuchtigkeit im Fell führt zu hartnäckigen und schmerzhaften bakteriellen oder Pilzinfektionen der Haut im Gesichtsbereich. So steht es im Zuchtprogramm dieser Rasse, und das ist der Punkt, an dem aus einer Verfärbung ein Leiden wird: Chronische Hautentzündungen durch Tränenfluss verursachen permanentes Unbehagen und Schmerzen.

Die Zucht mit stark betroffenen Tieren würde dieses Leiden bewusst an die nächste Generation weitergeben — aus Tierschutzsicht nicht zu verantworten. Deshalb steht der Tränenfluss dort, wo er hingehört: in der Beurteilung der Elterntiere, nicht in der Bewertung des Welpen.

Dieses Bild steht hier unten und nicht am Anfang der Seite. Es zeigt einen Befund, keinen Hundetyp — ohne den Text daneben würde es etwas anderes erzählen als gemeint.

„Nicht nur ein kosmetisches Problem.“ Der Satz steht so im Zuchtprogramm des Malteser. Er ist der Grund, warum ein weißes Gesicht dort nicht dem Geschmack überlassen bleibt, sondern einen eigenen Prüfpunkt hat — und warum das Wegwischen der Spur die Sache nicht erledigt.

Für Ihre Entscheidung

Der Blick unter das Auge ersetzt keinen Befund

Der Malteser ist eine alte Rasse mit einem sehr genau beschriebenen Erscheinungsbild. Es geht nicht darum, dieses Bild in Frage zu stellen. Keine Rasse wird ausgeschlossen — sie wird geprüft.

Ob ein acht Wochen alter Welpe im Moment ein sauberes Gesicht hat, sagt Ihnen nichts darüber, was an seinen Elterntieren untersucht wurde. Ob Augen, Lidstellung und Pigmentierung dort klinisch befundet wurden und ob die Verpaarung danach zulässig war, steht im Zertifikat des Welpen. Auf der Urkunde steht ein Kontrollcode: Den tippen Sie auf der ZEUS-Website ein und sehen selbst, ob das Zertifikat echt ist und zu diesem Hund gehört. Für Sie kostenlos.

Zertifikat prüfen

ZEUS-Siegel Qualzuchtfrei
Das Siegel steht nicht für ein sauberes Gesicht am Tag der Übergabe, sondern für befundete Elterntiere.

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